Brauchen Crowdworker eine Gewerkschaft ?


Crowdworking ist Teil einer größeren Veränderung in der Arbeitswelt. Im Kern geht es um Digitalisierung, Vernetzung und Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen. Deshalb steht das Thema bei der IG Metall ganz oben auf der Agenda. Dazu ein Interview mit Vanessa Barth, Leiterin des Bereichs Zielgruppen und Gleichstellung beim Vorstand der IG Metall.


Kernaussagen

  1. Warum sich die IG Metall mit dem Thema beschäftigt
  2. Warum Crowdworker einer Gewerkschaft beitreten sollten
  3. Gute Arbeit – faire Bezahlung

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Warum beschäftigt sich die IG Metall mit diesem Thema? 

Im Organisationsbereich der IG Metall gibt es zahlreiche Beispiele für Crowdsourcing oder Elemente davon. Dazu kommen Trends wie mobiles Arbeiten oder auch die Digitalisierung von Mitarbeiterprofilen. Die Beispiele befinden sich in verschiedenen Entwicklungsstadien und setzen bei fast allen Tätigkeiten an. Crowdworking ist Teil einer größeren Veränderung in der Arbeitswelt, bei der es im Kern um Digitalisierung, Vernetzung und die Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen geht. 


Hat Crowdworking (überhaupt) eine Zukunft? 

Es wird sich zweifellos weiter ausbreiten. Im Moment werden jedenfalls Fakten geschaffen mit dem Ziel, Crowdsourcing als feste Größe zu etablieren. IT-Expertinnen und -Experten schaffen Crowdworking-Plattformen und entwickeln sie weiter. Crowdsourcing-Firmen schließen sich zu Interessenverbänden zusammen. Unternehmen lassen Aufgaben durch Crowdworker erledigen. Crowdsourcees übernehmen, begeistert oder notgedrungen, kleine und große Aufträge, unentgeltlich oder gegen Bezahlung. Es gibt Initiativen, die versuchen, die Arbeitsbedingungen von Crowdworkern zu verbessern. Zusammengefasst: Die Zukunft des Crowdworkings hat längst begonnen, und sie wird so aussehen, wie wir sie gemeinsam gestalten.

Vereinsamen die Menschen, wenn sie zur Arbeit nicht mehr ins Büro gehen?

Auf dieser Frage kann man leicht ausrutschen, indem man von sich auf andere schließt. Für Menschen, die mit den modernen Kommunikationstechniken und –werkzeugen gut zurechtkommen, spricht vielleicht gar nichts dagegen, hauptsächlich virtuell mit Kolleginnen und Kollegen zusammenzutreffen. Solange niemand dadurch ausgeschlossen wird und keiner heimlich mithört. Wichtig ist dafür auch, dass die Technik einwandfrei funktioniert. Umgekehrt gibt es Menschen, an deren Einsamkeit die Anwesenheit im Büro oder in der Werkshalle nichts ändert, etwa weil sie schüchtern sind oder unbeliebt oder das Alleinsein vorziehen.


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AutorIn / Quelle
Vanessa Barth
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Stand
01.10.2014


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