Crowd Worker: Gut ausgebildet, teilweise nicht abgesichert


Eine Studie, die von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde, liefert einen Überblick darüber, wer die Menschen in der "Crowd" sind. Wissenschaftler um den Informatikprofessor Jan Marco Leimeister von der Universität Kassel haben 434 Crowd Worker befragt. Dabei zeigt sich: Crowd Worker sind häufig gut ausgebildet. Viele nutzen die Jobs im Internet als Zuverdienst, doch gut ein Fünftel der Befragten verdient damit den Lebensunterhalt - zum Beispiel als Programmierer oder Designer.



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Der überwiegende Teil der Crowd Worker ist laut der Studie gut ausgebildet - knapp die Hälfte hat einen Hochschulabschluss. Der Anteil der Männer ist geringfügig höher als der der Frauen. Die Mehrheit ist ledig. "Hier liegt die Vermutung nahe, dass diese ihre persönliche Freizeit stärker für Crowd Work nutzen als verheiratete oder in einer Partnerschaft lebende Personen", so die Studie. Gut die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie zu unterschiedlichen Tageszeiten arbeiten, häufig abends oder nachts. Nur vier Prozent sind regelmäßig morgens aktiv. Die durchschnittliche Arbeitszeit beträgt knapp 14 Stunden pro Woche.

Die Bandbreite der Jobs im Internet reicht von einfachsten Tätigkeiten zum schnellen Nebenverdienst bis hin zu komplexen Projekten. Bei den einfachen Arbeiten kann es zum Beispiel um die Recherche von Adressen oder die Verschlagwortung von Texten und Bildern gehen. Etwas anspruchsvoller wird es beim Testen von Produkten und Apps. Sehr hoch sind die Anforderungen in der Regel in den Bereichen Design und Programmierung.

Entsprechend unterschiedlich sind die Einkommen: Etwa 70 Prozent verdienen weniger als 500 Euro im Monat - als "effektives Einkommen" nach Abzug der Gebühren der Plattformen, aber vor Steuern. Dabei handelt es sich häufig um Nebenverdienste. Insgesamt liegt das mittlere Einkommen derjenigen, die nebenberuflich als Crowd Worker tätig sind, bei 326 Euro pro Monat. Bei den Crowd Workern im Hauptberuf - dies sind rund 20 Prozent der Befragten - beträgt das mittlere "effektive" Einkommen rund 1.500 Euro. Etwas mehr als die Hälfte derjenigen, die ihr Haupteinkommen aus der digitalen Erwerbsarbeit erzielen, sorgt der Studie zufolge nicht für das Alter vor.

Die Mehrheit der Crowd Worker fühlt sich "nicht ausgebeutet", ist "gleichzeitig aber auch nicht zufrieden mit dem Arbeitsumfeld", heißt es in der Studie. Am wenigsten zufrieden mit Bezahlung und Wertschätzung sind Designer. Ein Grund könnte der spezielle Wettbewerb in diesem Bereich sein, vermuten die Wissenschaftler. Bei Ausschreibungen reichen mehrere Mitbewerber ihre Entwürfe ein. Doch nur wer den Zuschlag erhält, wird entlohnt. Dass der Rest leer ausgeht, empfinden viele als unfair. Es ist daher kein Wunder, dass der Wunsch nach Mitbestimmung auf Design-Plattformen besonders ausgeprägt ist: Knapp 70 Prozent der Crowd Worker in diesem Bereich wünschen sich eine Interessenvertretung.



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AutorIn / Quelle
Dr. Jan Marco Leimeister
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Stand
26.08.2016


Links
Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung vom 25.08.2016 mit Link zur Studie


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Andreas Job

Crowdwork ist wie Pfandflaschen sammeln. Man verdient Geld, hat aber kein geregeltes Einkommen, geschweige denn Auskommen.